Geschichte
Der Sage nach wurde Lesbos zuerst von den Pelasgiern bewohnt, die der Insel den Namen Pelasgia gaben. In vorgeschichtlicher Zeit war Lesbos auch unter den Namen Makaria, Lassia, Aeolis und Aethiope bekannt. Die heutige Bezeichnung stammt von Lesbos, dem Sohn des Sagenhelden Lapithis, der der Vorfahr des Stammes der in Thessalien lebenden Laphiten war. Die Laphiten sind nicht nur Sagengestalten, sie existierten auch im realen Griechenland.
Einige der Bezeichnungen aus der griechischen Mythologie haben sich bis heute erhalten. Zu ihnen gehören die Ortsnamen Mytilene, Kalloni, Antissa, Eressos und Methymna.
Ausgrabungen zeigen, dass die Insel von Lesbos seit der Jungsteinzeit bewohnt ist. Zwischen 1393 und 1184 v. Chr. herrschten die Achäer über die Insel. In der Zeit von 1110 bis 1100 v. Chr. lag Lesbos unter äolischer Kontrolle. Nach und nach wurde die Insel zu einem bedeutenden Kulturzentrum der östlichen Ägäis.
Das archaische Zeitalter (7.- 6. Jahrhundert v. Chr.) war eine kulturelle und finanzielle Blütezeit für Lesbos. Seine Bewohner führten Seehandel und erschlossen unbesiedelte Gebiete.
Nachdem Lesbos in mehreren Kriegen angegriffen und die Bevölkerung unterschiedlichen Truppen unterworfen wurde, eroberten schließlich 88 v. Chr. die Römer die Insel. Von 62 v. Chr. bis 70 n. Chr. folgte eine Periode teilweiser Unabhängigkeit. Nach der Teilung des Römischen Reichs in Ost und West gehörte Lesbos zum Östlichen Römischen Reich, was später unter dem Namen Byzantinisches Reich bekannt wurde.
Im Byzantinischen Zeitalter (324 - 1453) wurde die Insel häufig von den Sarazenern, Veneziern und anderen Kreuzfahrern ausgeraubt.
1354 wanderte Lesbos als Hochzeitsgeschenk an den Genoveser Francesco Gattilusio und blieb bis ins Jahr 1462 unter genovesischer Herrschaft. Dann fiel es an die osmanischen Türken. Es folgte eine Zeit des wirtschaftlichen und kulturellen Abstiegs.
Lesbos blieb Teil des Osmanischen Reiches, bis die griechische Marine die Insel 1912 befreite und in den griechischen Staat eingliederte.
1922 kamen viele griechische Flüchtlinge von der Küste Kleinasiens, der heutigen Türkei, auf die Insel. Die Zuwanderer schoben die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung auf Lesbos an.
Deutsche Truppen besetzten Griechenland während des zweiten Weltkrieges von 1941 bis 1944. Im September 1944 wurde die Insel Lesbos von den deutschen Besatzern befreit. Aus ökonomischen Gründen wanderten viele Einwohner von Lesbos in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts nach Westeuropa oder in die Vereinigten Staaten aus.

